Der bevorstehende Frühling und der anschließende Sommer ist für viele ein Grund zur Freude. Hohe Temperaturen und laue Sommerabende locken die Menschen ins Freie und sorgen für gute Laune. Was aber ist mit all jenen, die aufgrund von übermäßigem Schwitzen jeden Körperkontakt meiden, deren Hemd in kürzester Zeit Schweißränder zeigt, und bei denen der Zustand „schweißgebadet” zum Normalzustand wird? Ein bisschen Schwitzen ist normal. Für all jene aber, die unter Hyperhidrose (übermäßigem Schwitzen) leiden, kann die Aussicht auf den bevorstehenden Sommer alles andere als Vorfreude wecken. Entscheidend ist jedoch: es gibt Hilfe.

Der Mensch besitzt circa zwei Millionen Schweißdrüsen. Die Körpertemperatur wird normalerweise dank des menschlichen „Kühlsystems” konstant gehalten. Scharfes Essen, Stress oder Hitze sorgen in diesem Moment für eine verstärkte Schweißproduktion und halten dadurch die Temperatur auf gleichmäßigem Niveau.

Wenn es zu Störungen in diesem Kühlsystem kommt und der Körper übermäßig Schweiß produziert, spricht man in der Medizin von Hyperhidrose. Mit dem Wirkstoff Botulinumtoxin A, bekannt als Mittel zur Faltenglättung, kann eine Hyperhidrose im Bereich der Achselhöhle und in der Hohlhand behandelt werden. In einer geringen Konzentration wird der Wirkstoff in die Hautoberfläche injiziert. Die Wirkung setzt an den Nervenenden an, in dem die Impulsweitergabe an die Schweißdrüsen blockiert wird. Dies führt zu einer nahezu vollständigen Aufhebung der Schweißproduktion, so Dr. Matthias Wagner, Leiter der Münchner Klinik für ästhetische Chirurgie. „Es ist ein sanfter und schmerzarmer Eingriff mit einer großen Wirkung für die Betroffenen. Nicht selten führt übermäßiges Schwitzen zu einer psychischen Belastung – die Menschen ziehen sich zurück”, erklärt Dr. Wagner.

Die Wirkung hält bis zu einem Jahr an. Anschließend kann die Behandlung wiederholt werden. Eine andere Methode stellt die „Saugkürettage” der Achselhöhle dar. Hier wird mit speziellem Instrumentarium ein großer Teil der Schweißdrüsen abgesaugt. Es ist eine dauerhafte Methode, die zu einer erheblichen Reduktion der Schweißsekretion führt.

„Die Ursachen von übermäßigem Schwitzen sollte auf jeden Fall vorher abgeklärt werden,” so Dr. Matthias Wagner. „Auch eine Schilddrüsenüberfunktion kann die Schweißproduktion antreiben. Hier gilt es, die Überfunktion zu behandeln.”