Plastische Chirurgie - Die Durchführung der Fettabsaugung
Wichtig ist, dass vor der Schönheitschirurgie in einem ausführlichen Aufklärungsgespräch auf die Möglichkeiten und Grenzen der jeweiligen Technik eingegangen wird. Es ist unmöglich aus einer gealterten Haut eine jugendliche Haut zu zaubern. Utopisten und Perfektionisten sind keine idealen Kandidaten für ein Ergebnis, das sowohl den Operateur als auch den Patienten befriedigen soll. Zusagen, die gewünschte Konfektionsgrößen betreffen, sind ebenfalls problematisch, da aus anatomischen Gründen eine angestrebte Fettreduktion manchmal nicht möglich ist.So ergibt sich die Form eines Bauches z.B. nicht nur aus dem subkutanen Fett, sondern auch aus der Spannung der Bauchwand und dem Inhalt des Bauches, den Abdominalorganen mit seinen Fettdepots. Gerade beim Mann finden sich oft große Mengen des Reservefettes intraabdominell. Selbstverständlich sollte vor der Fettabsaugung eine gründliche präoperative Untersuchung (einschließlich Labor und EKG) durchgeführt werden. Nach fotografischer Dokumentation werden die abzusaugenden Fettdepots in Form von Höhenlinien angezeichnet. In der Regel wird eine Infiltrationsanästhesie in Form der Tumeszenztechnik (s.o.) durchgeführt, bei der neben dem Lokalanästhetikum und Adrenalin (u.a.) große Mengen Kochsalzlösung und destilliertes Wasser mittels Rollerpumpe oder spezieller Spritzen infiltriert werden.
Dies führt zu einer deutlichen Vergrößerung der Fettgewebsschicht, was den Absaugvorgang erleichtert, sowie zu einer erheblichen Reduktion des Blutverlustes, erkennbar an der Aspiration von reinem Fett ohne wesentliche Beimengung von Blutbestandteilen. Kombiniert wird die Lokalanästhesie häufig mit einer Dämmerschlafnarkose. Über kleinste Inzisionen, die bereits bei der Infiltrationsanästhesie verwendet wurden, wird nach einer Wartezeit von etwa 15 Minuten mit der eigentlichen Fettabsaugung begonnen. Mit speziellen Kanülen, die heute nur noch einen Durchmesser von 2-4 mm haben sollten, wird dann das abzusaugende Areal fächerförmig tunneliert. Blutgefäße, Bindegewebssepten, Nerven und Lymphbahnen werden bei dieser Technik (im Gegensatz zu den sonstigen Straffungsoperationen) weitestgehend geschont. Ausgehend von der Tiefe sollten die Areale in verschiedenen Levels gleichmäßig bis nahe zur Lederhaut abgesaugt werden. Die früher geübte Praxis die oberste Fettschicht unberührt zu lassen wurde fallengelassen, nachdem man feststellen konnte, dass durch oberflächlichennahes Fettabsaugen eine wesentlich bessere Hautstraffung erreicht werden kann.
Entscheidend ist, dass der Absaugvorgang ständig manuell kontrolliert wird und keine Absaugung nach "Augenmaß" erfolgt. Zum umliegenden Fettgewebe werden entsprechend harmonische Übergänge geschaffen. Eine Kontrolle der Fettabsaugung gegebenenfalls im Stehen deckt schwerkraftbedingte Unzulänglichkeiten auf, die dann gegebenenfalls korrigiert werden müssen. Aufgrund vorbestehender Asymmetrien des Weichteilmantels kann es auch erforderlich sein, jeweils unterschiedliche Mengen abzusaugen. Nach abschließender Kontrolle werden die Inzisionen durch Naht verschlossen. An Stellen, an denen nach der Fettabsaugung eine sehr schlaffe Hautsituation vorliegt, kann durch Tapeverbände, die die Haut in die gewünschte Position ziehen, eine innere Vernarbung an "richtiger Stelle" erreicht werden.
In jedem Fall ist nach der Schönheitsoperation das Tragen eines Kompressionsmieders für einige Woche obligat (unterschiedlich lange je nach Lokalisation). Es soll verhindern, dass sich flüssigkeitsgefüllte Hohlräume bilden, was den Heilungsvorgang verzögern würde. Es ist jedoch eine Wunschvorstellung zu glauben, man könne durch langes Tragen eines Mieders das chirurgische Endergebnis der Fettabsaugung verbessern.




Die Münchner Klink für ästhetische Chirurgie bei Hallo Deutschland.
Die Münchner Klink für ästhetische Chirurgie bei 30 Minuten Deutschland. Ausstrahlung Juli 2009.
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Die Münchner Klink für ästhetische Chirurgie bei Pro Sieben - Reportage